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Klimadecke 3-in-1: Akustik, passive Kühlung und smarte Luftlenkung mit Schafwoll-Lamellen und PCM-Kassetten

Klimadecke 3-in-1: Akustik, passive Kühlung und smarte Luftlenkung mit Schafwoll-Lamellen und PCM-Kassetten

Warum gewinnt eine Decke, die gleichzeitig Schall schluckt, Lastspitzen kühlt und Luftströme lenkt, gerade in Wohnungen und Home-Offices an Bedeutung? Während Wärmepumpen und Splitgeräte boomen, suchen viele nach leisen, stromsparenden Lösungen ohne große Umbauten. Die Antwort: modular aufgebaute Akustik-Lamellen aus Schafwolle kombiniert mit Phasenwechselmaterial (PCM) zur passiven Kühlung und IoT-gesteuerten Luftklappen für eine bedarfsgerechte Zirkulation – unsichtbar in die Decke integriert.

Wie funktioniert die 3-in-1-Klimadecke?

  • Akustik-Lamellen (Absorber): 40–60 mm starke Schafwoll-Filzlamellen reduzieren Nachhall und verbessern Sprachverständlichkeit. Die offene Faserstruktur wirkt breitbandig, besonders bei 250–2000 Hz.
  • PCM-Kassetten: Flache Module (8 kg m-2) mit Schmelzpunkt 22–24 °C speichern Wärme latent (≈ 160 kJ kg-1). Sie nehmen tagsüber interne Lasten (Sonne, Geräte, Menschen) auf und geben sie nachts ab.
  • Smarte Luftklappen: Integrierte, leise 24-V-Servoklappen (< 18 dB(A)) lenken Luft entlang der Decke. Zusammen mit Flüsterlüftern (≤ 0,6 W) entsteht ein sanfter, zugfreier Umlauf.

Wesentliche Wissenspunkte (Raumklima in der Praxis)

  • Latente Speicherkapazität: 1 m2 PCM-Decke (8 kg) speichert ≈ 1,28 MJ ≈ 0,36 kWh. Ein 6-m2-Feld puffert bis zu ≈ 2,2 kWh im Komfortbereich – ideal gegen Nachmittagsspitzen.
  • Akustikgewinn: NRC/αw typ. 0,65–0,75 bei 50 mm Schafwolle. Messbar: Reduktion der RT60 um 30–45 % in Wohn- und Arbeitsräumen.
  • Energiebedarf: Steuerung, Sensorik und Klappen liegen meist unter 3 W/m2. Der Kühleffekt selbst kommt zu großen Teilen ohne Kompressor aus.

Aufbau im Detail

  • Oberschicht: Sichtbare Filzlamellen (Schafwolle), 50 × 1000 mm, Abstand 30–60 mm, auf Magnet- oder Clipprofilen.
  • PCM-Ebene: Revisionsfähige Kassetten 600 × 600 mm, Schmelzpunkt 23 °C, Brandschutzklasse je nach Hersteller B-s2,d0.
  • Luftkanäle: Flache Kanäle (Höhe 20–30 mm) mit verstellbaren Auslässen über Lamellenfeldern.
  • Sensornetz: Temperatur, Feuchte, CO2, optional VOC; Kommunikation via Thread/Matter oder Zigbee.

Vorteile im Überblick

Vorteil Beschreibung Praxisnutzen
Leise Kühlung Passive Lastverschiebung mit PCM Weniger Spitzenlast, kein Zug, kein Kompressorlärm
Bessere Akustik Schafwoll-Lamellen schlucken Schall Klarere Sprache, angenehme Videocalls
Smarte Luftführung IoT-Klappen lenken Strömung Lokale Hotspots vermeiden, Komfortzonen schaffen
Nachhaltigkeit Wolle, austauschbare PCM-Module Lange Lebensdauer, reparaturfreundlich
Nachrüstbar Trockenbau- oder Schienensystem Geeignet für Mietwohnungen (reversibel)

Steuerung: Zonen, Sensorik und Automationen

Die Decke arbeitet am besten zoniert. Thermozonen (z. B. über Esstisch, Sofa, Schreibtisch) erhalten eigene Sensoren und Klappenprofile. Mit Matter-fähigen Thermostaten und Präsenzsensoren (mmWave) entstehen Automationen:

  • Peak-Shaving: Wenn Raumtemp. > 24,5 °C und Außentemp. sinkt: Nachtlüften + Klappen auf „Wärmeabgabe“.
  • Fokus-Zone: Präsenz erkannt am Schreibtisch → sanfter Deckenluftstrom, Ziel 22,5 °C.
  • Feuchtemanagement: Bei rF > 60 %: Erhöhter Umlauf an feuchteaktiven Flächen (Wolle puffert Feuchte).

Fallstudie: Altbau-Loft (48 m2) in Berlin

  • Setup: 12 m2 Klimadecke (Lamellen + PCM 8 kg/m2), 4 Zonen, Fenster nach Südwest.
  • Ergebnisse (Sommer):
    • Max. Raumspitze von 28,6 °C auf 26,9 °C reduziert (Juli-Hitzetag, 33 °C außen).
    • Nachhallzeit RT60: 0,78 s → 0,44 s (500–2000 Hz).
    • Ventilator-/Klappenstrom: Ø 0,9 kWh/Woche, automatisiert über Nachtlüftung.
  • Winterbonus: Wärmerückgewinnung durch Luftführung zur Decke – subjektiv „wärmere“ Zone über Sofa, weniger Temperatur-Gradienten.

DIY: 6 m2 Deckenfeld im Wohnzimmer nachrüsten

Materialliste

  1. Schienensystem 2 × 3 m (Deckenclips + Tragschienen)
  2. Filzlamellen aus Schafwolle, 50 mm, 120 Stück (50 × 1000 mm)
  3. PCM-Kassetten 600 × 600 mm, 8 kg/m2, Schmelzpunkt 23 °C (10 Stück)
  4. Flachkanal-Set mit 4 IoT-Klappen (24 V, Matter/Thread Gateway)
  5. Sensoren: Temp/Feuchte/CO2 (2–3 Stück)
  6. Niedervolt-Netzteil 60 W, Leitung 2×0,75 mm²
  7. Magnetleisten oder Clipverbinder, Revisionsöffnungen

Schritt-für-Schritt

  1. Decke markieren, Untergrund prüfen (≥ 6 Dübel/m2 je nach System).
  2. Tragschienen montieren, Kabelführung für 24 V einplanen.
  3. PCM-Kassetten in Raster einlegen, Revisionsachsen freihalten.
  4. Flachkanäle und Klappen verschrauben, Leckagen abdichten.
  5. Sensoren positionieren (nicht direkt über Fenstern/Heizkörpern).
  6. Filzlamellen einklipsen; Luftauslässe zwischen Lamellen justieren.
  7. Netzteil anschließen, Klappen kalibrieren, Automationen in der App anlegen.

Bauzeit: ca. 5–7 Stunden (2 Personen). Kosten: ~ 1.350–1.900 € je nach PCM-Qualität und Smart-Home-Komponenten.

Design & Integration

  • Look: Vertikale oder horizontale Lamellen, naturbelassen oder gefärbt (pH-neutrale Farben).
  • Licht: LED-Linien zwischen Lamellen (UGR-optimiert), warmweiß am Abend, neutralweiß für Fokus.
  • Möbelbezug: Über Esstisch oder Sofa zonieren; in Home-Offices über dem Schreibtisch fokussieren.

Wartung & Hygiene

  • Schafwolle wirkt selbstreinigend durch Keratinstruktur; gelegentliches Absaugen genügt.
  • Revisionsöffnungen für PCM-Module halbjährlich prüfen (Kondensat, Dichtungen).
  • Filtervliese an Luftauslässen je nach Staubbelastung alle 6–12 Monate wechseln.

Pro / Contra

Aspekt Pro Contra
Akustik Deutliche RT60-Reduktion Niedrige Bassabsorption < 125 Hz
Kühlung Passiv, sehr leise Begrenzte Kapazität, nicht wie Split-Klima
Montage Trockenausbau, reversibel Deckenhöhe: ≥ 70–90 mm erforderlich
Smart Zonen, Automationen Gateway/Netzteil nötig, App-Setup
Öko Nachwachsende Wolle, austauschbare PCM PCM-Entsorgung je nach Material getrennt

Sicherheit & Nachhaltigkeit

  • Brandschutz: Systemaufbau mit zertifizierten Komponenten (z. B. B-s1,d0 Filz, B-s2,d0 PCM). Elektrik SELV 24 V.
  • VOC-arm: Naturfasern, emissionsgeprüfte Bindemittel; Lüftung nach Montage.
  • Kreislauf: Wolle wiederverwendbar, PCM-Module tauschbar; klare Materialtrennung im Rückbau.

Zukunft: Adaptive PCM und Wetterprognose-Steuerung

  • Umschaltbare PCM-Bereiche: Module mit unterschiedlichen Schmelzpunkten für Frühling/Sommer/Herbst.
  • Prädiktive Regelung: KI nutzt Wetter- und Belegungsmuster, lädt PCM nachts gezielt „leer“.
  • DC-Betrieb: 24-V-DC-Bus direkt von Balkon-PV, Notstromfähig mit Akku.

Fazit: Leiser Komfort, der sich rechnet

Die Klimadecke aus Schafwoll-Lamellen, PCM und smarten Luftklappen vereint akustische Ruhe mit spürbarer, passiver Kühlung – ideal für Wohn- und Arbeitsräume, in denen Technik unsichtbar bleiben soll. Wer Hitzespitzen dämpfen, Nachhall reduzieren und sanft lüften will, findet hier eine modulare, nachrüstbare Lösung.

Aktionstipps:

  • Starten Sie mit einem 4–6-m2-Pilotfeld in der meistgenutzten Zone.
  • Kombinieren Sie Nachtlüftung und Automationen für maximale PCM-Wirkung.
  • Messen Sie RT60 und Temperaturprofile vor/nach Einbau – Optimierung wird messbar.

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