Vergilbte Innentüren, abgeplatzte Kanten oder dunkle 90er-Jahre-Furniere lassen eine Wohnung schnell älter wirken, als sie ist. Wer nicht gleich die ganze Wohnung renovieren will, steht meist vor drei Optionen: streichen, folieren oder Türblatt samt Zarge austauschen.
Die richtige Entscheidung hängt vom Zustand der Tür, vom Mietverhältnis, vom Budget und von den vorhandenen Normmaßen ab. Besonders in Altbauwohnungen mit verzogenen Zargen lohnt sich ein genauer Blick, bevor Material gekauft wird.
Bei normalen Innentüren in deutschen Wohnungen sprechen wir häufig über Türblätter mit 73,5 x 198,5 cm oder 86,0 x 198,5 cm. Diese Maße orientieren sich an gängigen Türblattgrößen nach DIN 18101. In Neubauten sind die Maße oft gut standardisiert, im Altbau können Zargen, Bänder und Bodenspalte deutlich abweichen.
In der Praxis ist nicht die Optik allein entscheidend, sondern der Untergrund. Eine glatte Röhrenspantür lässt sich gut streichen oder folieren. Eine stark profilierte Kassettentür, eine aufgequollene Bad-Tür oder eine schief sitzende Altbauzarge verlangt eine andere Lösung.
| Option | Geeignet für | Typische Kosten pro Tür |
| Streichen | Intakte Holz-, Furnier- oder CPL-Türen mit Kratzern und Vergilbung | 35 bis 90 EUR Material, 120 bis 220 EUR mit Maler |
| Folieren | Glatte Türblätter ohne tiefe Dellen, moderne Mietwohnungen, schnelle Optik | 45 bis 140 EUR Material, 160 bis 280 EUR mit Fachbetrieb |
| Türblatt austauschen | Normzargen, beschädigte Oberflächen, Wunsch nach neuer Kante und Farbe | 120 bis 380 EUR Material, 220 bis 500 EUR mit Montage |
| Türblatt und Zarge austauschen | Schiefe oder beschädigte Zargen, Komplettsanierung, Eigentum | 280 bis 650 EUR pro Tür, je nach Zarge und Arbeitszeit |

Streichen ist sinnvoll, wenn das Türblatt stabil, trocken und nicht aufgequollen ist. Klassische weiße Türen lassen sich mit 2K-Lack oder wasserbasiertem Acryllack erneuern. Für eine Seite benötigen Sie grob 0,25 bis 0,35 Liter Lack, bei beidseitigem Anstrich also meist 0,5 bis 0,7 Liter pro Tür.
Für eine solide DIY-Lösung rechnen Sie pro Tür mit 12 bis 20 EUR für Schleifpapier, 8 bis 15 EUR für Entfetter oder Anlauger, 18 bis 35 EUR für Grundierung und 25 bis 45 EUR für Lack. Neue Drückergarnituren kosten einfache 18 bis 35 EUR, bessere Modelle 45 bis 90 EUR.
Der Nachteil: Streichen braucht Zeit. Tür aushängen, Beschläge entfernen, reinigen, anschleifen, grundieren, zwischenschleifen, lackieren und trocknen. Wer im Flur einer 70 m² Wohnung fünf Türen gleichzeitig bearbeitet, braucht Platz. Zwei Böcke pro Tür und mindestens 2 m freie Arbeitslänge sind praktisch.
Typischer Fehler in deutschen Altbauwohnungen: Die Tür wird nur vorne gestrichen, die Kanten bleiben unbehandelt. Danach sieht man bei geöffneter Tür alte Nikotinränder oder braune Furnierstreifen. Lackieren Sie mindestens die Schlosskante und die Bandkante mit, sonst wirkt das Ergebnis nur halb fertig.
Folieren ist die schnelle optische Lösung für glatte Türblätter. Gute Möbelfolie kostet etwa 18 bis 35 EUR pro m². Für eine Tür mit 86,0 x 198,5 cm benötigen Sie inklusive Überstand und Verschnitt etwa 2,0 bis 2,3 m² pro Seite, also 36 bis 80 EUR je Türseite bei ordentlicher Qualität.
Günstige Folien ab 8 EUR pro m² wirken oft dünn, zeigen Staubkörner und reißen an den Ecken schneller. Bei Türen, die täglich benutzt werden, lohnt sich eine dickere, abriebfeste Folie mit strukturierter Oberfläche. Für Kinderzimmer, WG-Flur oder Küche würde ich keine sehr glänzende Folie wählen, weil Fingerabdrücke stärker sichtbar sind.
Folieren ist nicht gut geeignet bei tiefen Kratzern, gelösten Kanten, profilierten Türen oder alten Lacknasen. Jede Unebenheit drückt sich später durch. Außerdem müssen Türkanten sauber umgelegt werden, sonst löst sich die Folie genau dort, wo Hände und Staubsauger täglich entlangkommen.
In einer Mietwohnung kann Folie attraktiv sein, weil sie theoretisch rückbaubar ist. Praktisch bleibt Kleber auf alten Lacken aber manchmal haften oder zieht lose Lackschichten mit ab. Klären Sie bei hochwertigen Vermietertüren lieber vorher schriftlich, was erlaubt ist.
Der Austausch ist die sauberste Lösung, wenn die Tür verzogen ist, die Oberfläche aufgequollen ist oder die Wohnung ohnehin renoviert wird. Ein einfaches weißes Türblatt in Röhrenspanqualität kostet im Baumarkt oft 80 bis 160 EUR. CPL-Türblätter mit robuster Oberfläche liegen eher bei 140 bis 300 EUR, lackierte Türen bei 180 bis 450 EUR.
Bleibt die alte Zarge erhalten, müssen Bandaufnahme, Schlosslage und Türfalz passen. Messen Sie Breite, Höhe, Falz, Bandtyp und Anschlagrichtung genau. Bei einer Türbreite von 86,0 cm passt nicht automatisch jedes 86er Türblatt, wenn die Zarge alt, verzogen oder nachträglich überstrichen wurde.
Kommt die Zarge neu dazu, steigen die Kosten deutlich. Eine einfache Umfassungszarge kostet etwa 90 bis 180 EUR, bessere CPL-Zargen 160 bis 300 EUR. Montage durch einen Schreiner oder Türenmonteur liegt häufig bei 150 bis 350 EUR pro Tür, bei problematischem Altbau auch darüber.
Mehr zur sinnvollen Reihenfolge bei mehreren Gewerken finden Sie im Ratgeber Altbau renovieren Reihenfolge. Gerade wenn Bodenbelag, Sockelleisten und Türen zusammenkommen, entscheidet die Reihenfolge über saubere Schattenfugen und passende Türhöhen.
Nehmen wir eine 75 m² Altbauwohnung in Hamburg mit sechs Innentüren: zwei Schlafzimmer, Bad, Küche, Wohnzimmer und Abstellraum. Die Türblätter sind 86,0 x 198,5 cm, die Zargen sind alt, aber stabil. Die Oberflächen sind vergilbt, an zwei Türen gibt es kleine Kantenabplatzer.
Beim Streichen liegen die Materialkosten realistisch bei etwa 55 EUR pro Tür, also 330 EUR für sechs Türen. Dazu kommen eventuell sechs neue Drückergarnituren zu je 30 EUR, also 180 EUR. Insgesamt landet die DIY-Variante bei rund 510 EUR. Beauftragen Sie einen Maler, sind je nach Region und Vorarbeit 120 bis 220 EUR pro Tür realistisch, also 720 bis 1.320 EUR nur für die Arbeit inklusive einfachem Material.
Beim Folieren rechnen Sie für gute Folie mit etwa 65 EUR pro Tür bei einer sichtbaren Hauptseite und sauberen Kanten. Beidseitig kann es schnell 110 bis 150 EUR pro Tür werden. Für sechs Türen ergeben sich 660 bis 900 EUR Material, wenn beide Seiten ordentlich gemacht werden. Ein Fachbetrieb kann inklusive Arbeit 160 bis 280 EUR pro Tür verlangen, also 960 bis 1.680 EUR.
Beim Austausch der Türblätter ohne Zargen kostet ein CPL-Türblatt etwa 180 EUR, eine Drückergarnitur 35 EUR und Kleinteile 10 EUR. Für sechs Türen sind das 1.350 EUR Material. Mit Montage zu 120 bis 180 EUR pro Tür landen Sie bei etwa 2.070 bis 2.430 EUR. Müssen zusätzlich Zargen ersetzt werden, können aus sechs Türen schnell 3.000 bis 4.200 EUR werden.
Erfahrungsgemäß lohnt sich Streichen, wenn mindestens 80 Prozent der Türsubstanz in Ordnung sind und Sie mit kleinen Altbau-Unregelmäßigkeiten leben können. Folieren lohnt sich bei glatten Türen, wenn es schnell gehen muss. Austauschen lohnt sich, wenn ohnehin neuer Boden kommt oder die alte Tür technisch nicht mehr sauber schließt.
Planen Sie auch Wandflächen im Flur, passt das Thema Wände streichen ohne Flecken gut dazu. Neue weiße Türen wirken nur dann hochwertig, wenn angrenzende Wandkanten, Lichtschalter und Sockelleisten nicht sichtbar abgewohnt sind.

DIN 18101 beschreibt gängige Maße für Türblätter und Zargen. In der Praxis begegnen Ihnen häufig Breiten wie 61,0 cm, 73,5 cm, 86,0 cm und 98,5 cm sowie Höhen von 198,5 cm oder 211,0 cm. Diese Zahlen helfen beim Einkauf, ersetzen aber kein genaues Aufmaß.
Messen Sie immer an mehreren Stellen: lichte Zargenbreite oben, mittig und unten, Höhe bis fertiger Boden, Zargentiefe und Wandstärke. Bei Altbauwänden mit 12 bis 16 cm Wandstärke plus Putz können Standardzargen passen, müssen aber nicht. Besonders nach neuem Bodenbelag verändert sich der Spalt unter der Tür.
Für Innentüren ist ein Bodenluftspalt von etwa 5 bis 8 mm üblich, je nach Lüftungskonzept und Boden. Bei Bädern ohne eigene Lüftungsöffnung kann ein zu dicht schließendes Türblatt die Luftzirkulation verschlechtern. Wenn eine Lüftungsanlage im Neubau vorhanden ist, sollten Türunterschnitte nicht ohne Prüfung reduziert werden.
Normale Innentüren sind keine Schallschutztüren. Wer ein Home Office neben dem Kinderzimmer hat, sollte nicht nur die Oberfläche erneuern, sondern über Dichtung, Bodendichtung und schwereres Türblatt nachdenken. DIN 4109 ist beim baulichen Schallschutz ein wichtiger Bezugspunkt, auch wenn sie im privaten Innenraum nicht jede Komfortfrage löst.
Für einfache Verbesserungen kosten selbstklebende Zargendichtungen etwa 8 bis 18 EUR pro Tür. Eine absenkbare Bodendichtung liegt bei 25 bis 80 EUR, erfordert aber sauberes Fräsen oder Schrauben. Mehr dazu passt inhaltlich zu Schallschutz in der Wohnung.
Bad-Türen sind ein Sonderfall. Aufgequollene Unterkanten kommen oft von Spritzwasser, nassem Wischen oder zu geringer Lüftung. Streichen verdeckt den Schaden nur, wenn das Material noch fest ist. Bei aufgeplatzter Spanplatte ist ein neues Türblatt meist wirtschaftlicher.
Wohnungseingangstüren sollten Sie nicht eigenmächtig folieren, kürzen oder austauschen. Dort können Brandschutz, Rauchschutz, Schallschutz und Einbruchhemmung betroffen sein. Eine T30-Tür oder eine Tür mit spezieller Dichtung ist kein normales Gestaltungselement.
In einer Mietwohnung ist der Unterschied zwischen optischer Pflege und baulicher Veränderung wichtig. Eine Tür in gleicher Farbe fachgerecht zu streichen kann je nach Mietvertrag unter Schönheitsreparaturen fallen. Folieren, Beschläge tauschen, Türblatt ersetzen oder Zargen verändern sollten Sie vorher schriftlich abstimmen.
Häufig sehen wir bei Kunden, dass alte Türblätter entsorgt werden, obwohl der Vermieter später Rückbau verlangt. Wenn Sie in der Mietwohnung Türblätter austauschen, lagern Sie die alten Türen trocken im Keller oder auf dem Dachboden, sofern genug Platz vorhanden ist. Markieren Sie jede Tür mit Raum und Anschlagrichtung.
Bei Eigentum haben Sie mehr Freiheit, sollten aber trotzdem technisch denken. Werden Türen gleichzeitig mit Boden und Sockelleisten erneuert, stimmen Sie Türhöhe, Zargenhöhe und Bodenaufbau ab. Ein neuer Vinylboden mit 5 mm Aufbau plus Trittschalldämmung kann reichen, damit alte Türen schleifen.
Ja, wenn das Furnier fest sitzt und gründlich gereinigt, angeschliffen und grundiert wird. Ohne passende Haftgrundierung kann Lack auf alten, glatten Oberflächen leicht abplatzen.
Nicht automatisch. Auch wenn Folie rückbaubar wirkt, kann sie Lack beschädigen oder Klebereste hinterlassen. Holen Sie bei Vermietertüren vorher eine schriftliche Zustimmung ein.
Für ein einfaches Türblatt mit Griff sollten Sie etwa 120 bis 250 EUR Material rechnen. Mit Montage liegen viele Projekte bei 220 bis 500 EUR pro Tür, mit neuer Zarge eher bei 280 bis 650 EUR.
Wenn die Tür aufgequollen, verzogen oder an den Kanten stark beschädigt ist, kaschiert Lack nur kurzzeitig. Dann ist ein neues Türblatt meist haltbarer und auf Dauer wirtschaftlicher.
Nein. Auch bei ähnlicher Breite können Falz, Bandposition, Schlosslage und Verzug der Zarge Probleme machen. Vor dem Kauf sollten Sie exakt messen oder eine Mustertür anhalten lassen.
Oft ja, wenn der neue Bodenaufbau höher ist als vorher. Prüfen Sie vor dem Verlegen, ob unter dem Türblatt noch etwa 5 bis 8 mm Luft bleiben und ob Lüftungsanforderungen eingehalten werden.