In vielen Altbauwohnungen stehen gusseiserne Heizkörper, die nicht nur optisch stören, sondern auch Staubfänger sind. Eine selbst gebaute Heizkörperverkleidung aus Holz und Gittern schafft Abhilfe – sie lässt die Warmluft zirkulieren, versteckt den Heizkörper und bietet eine Ablagefläche. In dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung zeige ich Ihnen, wie Sie eine Verkleidung für einen Standard-Heizkörper (60 cm hoch, 100 cm breit) aus Holzleisten und Gitterelementen bauen. Die Materialkosten liegen bei etwa 60 EUR bei OBI oder Hornbach.
Messen Sie Ihren Heizkörper genau aus: Höhe, Breite, Tiefe und Abstand zum Boden sowie zur Fensterbank. Typisch für Altbau-Heizkörper sind Maße von 60 cm Höhe, 100 cm Breite und 15 cm Tiefe. Notieren Sie sich die Maße und planen Sie die Verkleidung so, dass sie den Heizkörper allseitig umschließt, aber vorne und oben offen bleibt – oder mit Gitter versehen wird.
Ein häufiger Fehler in deutschen Altbauwohnungen ist eine zu dichte Verkleidung, die die Heizleistung um bis zu 30 % reduziert. Achten Sie darauf, dass die Warmluft ungehindert aufsteigen kann: Lassen Sie oben und unten einen Spalt von mindestens 5 cm. Verwenden Sie an der Vorderseite ein Gitter oder mehrere schmale Lamellen. Die Rückseite bleibt komplett offen. Erfahrungsgemäß reicht ein Gitter mit 50 % Offenfläche, um die Konvektion nicht zu behindern.
| Material | Menge | Kosten (EUR) |
|---|---|---|
| Kiefernleiste 30×40 mm, 2 m lang | 4 Stück | ca. 12 EUR |
| Gitterplatte (z. B. OBI Design-Gitter 60×100 cm) | 1 Stück | ca. 20 EUR |
| Schrauben (4×40 mm) | 1 Packung (50 Stück) | ca. 5 EUR |
| Winkelverbinder (verzinkt) | 8 Stück | ca. 8 EUR |
| Holzleim, Schleifpapier, Lack oder Lasur | nach Bedarf | ca. 15 EUR |
| Gesamt | ca. 60 EUR |

Sägen Sie die Leisten auf die benötigten Längen zu. Für einen Heizkörper von 100 cm Breite und 60 cm Höhe benötigen Sie:
Schleifen Sie alle Kanten mit Schleifpapier (Körnung 120) glatt.
Verschrauben Sie die 100-cm- und 60-cm-Leisten zu einem Rechteckrahmen. Verwenden Sie Winkelverbinder für stabile Ecken. Der Rahmen sollte etwas breiter und höher als der Heizkörper sein, damit er später nicht direkt aufliegt – planen Sie 2 cm Luft auf jeder Seite ein.
Das Gitterelement wird auf der Vorderseite des Rahmens montiert. Schneiden Sie das Gitter ggf. auf die Rahmengröße zu (mit einer Metallsäge). Befestigen Sie es mit kleinen Schrauben oder Klammern auf der Rückseite des Rahmens. Achten Sie darauf, dass die Schrauben nicht überstehen.
Aus den beiden 100-cm-Leisten und den zwei 20-cm-Trägern bauen Sie eine rechteckige Ablage. Die Träger werden senkrecht unter die Ablage geschraubt. Diese Einheit wird später auf den Rahmen gesetzt und verschraubt. Die Ablage sollte etwa 20 cm tief sein – genug für Deko, aber nicht zu schwer.
Streichen Sie alle Holzteile mit einer Grundierung und anschließend mit Lack oder Lasur in Ihrer Wunschfarbe. Tipp: Verwenden Sie hitzebeständigen Lack (bis 80 °C), da die Verkleidung nah am Heizkörper ist. Lassen Sie alles gut trocknen.
Stellen Sie die fertige Verkleidung vor den Heizkörper. Sie sollte nicht an der Wand befestigt werden müssen – das Eigengewicht reicht in der Regel. Falls nötig, können Sie sie mit kleinen Winkeln am Boden fixieren. Achten Sie darauf, dass das Thermostatventil zugänglich bleibt. In der Praxis hat sich bewährt, an der Seite eine Klappe oder einen Ausschnitt vorzusehen, falls Sie das Ventil nachjustieren müssen.
In Mietwohnungen dürfen Sie Heizkörperverkleidungen nur mit Erlaubnis des Vermieters anbringen, wenn sie fest montiert werden. Freistehende Varianten sind meist unproblematisch. Achten Sie darauf, dass die Verkleidung die Wärmeabgabe nicht behindert – das kann gegen die Heizkostenverordnung verstoßen, da der Vermieter eine bestimmte Mindesttemperatur garantieren muss. Planen Sie daher immer ausreichend Luftzirkulation ein.

Ja, aber dann müssen Sie Lamellen oder Schlitze einplanen, damit die Warmluft entweichen kann. Ein Gitter ist die einfachste Lösung.
Für einen Standard-Heizkörper (60×100 cm) liegen die Materialkosten bei etwa 55–65 EUR bei OBI oder Hornbach.
Nicht zwingend, aber empfohlen, um das Holz vor Feuchtigkeit und Hitze zu schützen. Verwenden Sie hitzebeständigen Lack.
Nur mit Zustimmung des Vermieters. Freistehende Varianten sind oft erlaubt, da sie keine Bohrlöcher hinterlassen.
Bei ausreichender Luftzirkulation (Gitter, Spalte oben/unten) ist der Verlust minimal – unter 5 %. Bei geschlossener Bauweise kann er bis zu 30 % betragen.
Kiefer oder Fichte sind preiswert und leicht zu verarbeiten. Für eine edlere Optik können Sie Buche oder Eiche verwenden, das verteuert das Projekt aber.
Mit einem Staubwedel oder Staubsauger mit Bürstenaufsatz. Bei Lackierung können Sie feucht abwischen, aber nicht nass.